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Книга


Vorwort

Seit vielen Jahren interessiere ich mich für die Natur, besonders für deren Pflanzen. Obschon in der Stadt aufgewachsen, hatten wir hinter dem Haus einen Garten mit vielen Blumen und Heilkräutern. Bereits meine Großmutter gebrauchte diese Pflanzen, um unsere kleinen Wehwehchen zu lindern. Ich erinnere mich gut, daß sie bei Eiter unter den Fingernägeln einen Tee aus Immergrünblättern kochte, in welchem wir unsere Finger baden mußten. Bereits am folgenden Tag war die sehr schmerzhafte Infektion gemildert, und wir konnten wieder draußen herumtoben.

Mit meiner Mutter und Großmutter sammelte ich Heilkräuter in der Natur. So auch das Frauenmänteli, aus dessen getrockneten Blättern meine Großmutter einen Tee kochte, den sie regelmäßig trank, oder Käslikraut, die Malve, die sie gegen Husten und leichte Erkältungen einsetzte. Wir Kinder bevorzugten den wohlriechenden Schlüsselblumentee, der uns ebenso vor Erkältungen schützte.

Nach meiner Lehre als Koch, lernte ich den Naturarzt Dr. h.c. Alfred Vogel kennen. Mit großer Begeisterung half ich ihm in seinem Garten, denn bereits damals galt mein ganzes Interesse dem biologischen Anbau. Die vielen persönlichen Gespräche und eine gemeinsame Reise nach Dubrovnik, waren für mich von großem Nutzen und ließen mich viele Heilpflanzen näher kennen lernen.

Berufsbedingt litt ich zu jener Zeit unter gelegentlichen Hüftschmerzen. Die Empfehlung von A. Vogel, diese mit Teufelskrallentee zu bekämpfen, ließ ich jedoch des bitteren Geschmackes wegen ungenützt.

Durch meinen Wegzug ins Wallis verlor ich den Kontakt zu A. Vogel, nicht aber meine Liebe und Begeisterung zu den Heilpflanzen. Leider verschlimmerten sich meine Hüftschmerzen. Weder verschiedene Ärzte, noch Therapien brachten den erwünschten Erfolg. 1988 wurde ich von einem Bekannten auf die 100% reine Queckenwurzel aufmerksam gemacht, welche bei ihm Heilung gebracht hatte. Ich erinnerte mich an die Worte von Dr. Vogel und erfuhr, daß es auch die bitter schmeckende Teufelskrallenwurzel in Kapselform gibt. Der Erfolg war verblüffend. Nach 6 Wochen war ich schmerzfrei und bin es auch heute noch.

Immer mehr interessierte ich mich für die Pflanzen-Kapseln, welche ich am eigenen Körper erprobte. Ich stellte mit Erstaunen fest, daß unser Schöpfer für jede Krankheit ein Kräutlein wachsen läßt.
Therapeuten und Naturärzte bestätigten die Wirkung vieler Heilpflanzen. All’ diese Erkenntnis führten mich zum Entschluß, meine Erfahrungen in diesem Buch niederzuschreiben. Im Bewußtsein, daß es auf dem Markt bereits viele, recht umfangreiche Bücher betreffend Pflanzenheilkunde gibt, war es mein Anliegen, diese Lektüre „kurz und bündig“, trotzdem aber übersichtlich und informativ zu gestalten.  Sie soll als ein gut und leicht verständliches Nachschlagewerk dienen.
   
Im 1. Teil erhalten Sie Auskunft über die Geschichte der Pflanzen, sowie deren Inhaltsstoffe und Wirkungen. Ebenfalls wird die Ohrkerzen-Therapie erklärt.

Im 2. Teil werden Sie über die Mineralstoffe, Spurenelemente und deren Wirkung auf den Enzymhaushalt orientiert. Enzyme können dem Körper wohl zugeführt werden. Fehlen aber bestimmte Spurenelemente, sind sie in der Wirkung gehemmt. Anderseits können zu viele eine Überreaktion oder gar negative Auswirkung zur Folge haben. In welcher Form die Spurenelemente eingenommen werden sollen, wird ausführlich erklärt. Zudem werden sie zuerst in kurzer, anschließend in detaillierter und sehr informativer Art beschrieben.

Im 3. Teil finden Sie Listen, die Ihnen erlaubt, auf einfache Weise die persönliche Ernährung zusammenzustellen, nachdem bei einer Haar-Mineral-Analyse gewisse Mangelerscheinungen eruiert wurden.
Eine Indikationsliste mit ausführlichen Angaben, welche Pflanze bei welcher Krankheit eingesetzt werden kann, vermag Ihnen gute Dienste zu leisten. Bei den gesuchten Krankheiten oder Indikationen werden jeweils diejenigen Pflanzen und Spurenelemente angegeben, deren Erfolge bekannt sind. Trotzdem das oftmals viele Pflanzen betrifft, sollten nicht alle miteinander eingenommen, sondern 2 - 3 kombiniert werden. Es ist von Vorteil, die Pflanzen nach einem Monat auszuwechseln. Aus der Beschreibung ersehen Sie, welche Pflanzen zuerst angewandt werden sollen.
Welche Spurenelemente bei bestimmten Krankheiten eine positive Stimulierung bewirken, oder diese sogar zum Verschwinden bringen, ersehen Sie aus der anschließenden Indikationsliste. Spurenelemente können ohne weiteres gemischt werden.
Der Anhang mit dem Register der deutschen und lateinischen Namen und den Abkürzungen der Spurenelemente hilft Ihnen, das Gewünschte schneller zu finden.

Ihr Apotheker oder Therapeut wird Ihnen bestimmt gerne über allfällige Fragen die benötigte Auskunft erteilen. Sie können sich auch an den Autor wenden.

Ich wünsche Ihnen viele freudige und aufschlußreiche Stunden beim Studieren dieser Naturheilverfahren.
                                                                                                             Walter Fürer

VORWORT EINES LANDARZTES AUS DEM EMMENTAL

An wen wendet sich dieses Buch?

    Dieses Buch ist aus der Praxis entstanden und will kein Lehrbuch für Naturheilkunde sein. Es wendet sich an den interessierten Laien und an den Detaillisten. Es zeigt, bei welchen Störungen welche Heilmittel eingesetzt werden können. Es zeigt auch, welche Vielfalt von Möglichkeiten die Naturheilkunde bietet und gibt zahlreiche Anregungen, wie die Behandlung abwechslungsreich gestaltet werden kann. Ein ausführliches Stichwortverzeichnis am Schluß des Buches erleichtert das Auffinden des geeigneten Heilmittels.
Wann und wo sollen die beschriebenen Heilmittel eingesetzt werden?
Voll Ehrfurcht und Staunen stehen wir vor dem Werkzeug, das uns unser Schöpfer für eine begrenzte Zeit hier auf der Erde zur Benutzung übergeben hat. Die Schulmedizin hat im Laufe der Jahrhunderte recht viele Kenntnisse über unseren Körper erworben, doch noch mehr als das bisher Erkannte liegt im Dunkeln. So ist es oftmals schwierig bei einer Störung unserer Gesundheit die Ursache anzugeben; und dies ist ja die Voraussetzung für eine erfolgreiche Behandlung. So gibt es viele Heilverfahren, die durch Erfahrung als wirksam erkannt worden sind, ohne daß wir völlige Klarheit über die Ursache der Krankheit haben.
    Trotzdem sollte zu Beginn jeder Störung nach der Ursache gefragt und gesucht werden. Die Schulmedizin kann heute recht viele Krankheiten genau erkennen und zum Teil auch eine wirksame Behandlung anbieten. Es gibt aber noch viele Befindlichkeitsstörungen und Krankheitsanfälligkeiten, die mittels der Schulmedizin weder festgestellt noch behandelt werden können und hier kommt ihr die Naturheilkunde mit ihrem großen Schatz an Erfahrung zu Hilfe. Ihre Heilmittel wirken nicht so drastisch wie die der Schulmedizin, sie wirken milde und auf Zeit, haben keine schwereren Nebenwirkungen und sind deshalb beliebt.
Ist das alles?
    Eigentlich sollte jeder seine Arznei selber in der Natur einsammeln und zubereiten. Leider ist das unter den heutigen Umständen nur noch wenigen Menschen möglich. So sind wir dankbar, daß wir diese Heilmittel fertig zubereitet kaufen können. Doch erspart uns das nicht den Gang in die Natur: die Natur wirkt selber heilsam auf uns und wir sollten uns die Zeit dazu nehmen und staunen können ob der Vielfalt und den Wundern, die wir antreffen. Erinnern wir uns auch, daß wir nicht nur einen Körper haben, der krank sein kann, sondern auch einen inneren Menschen, der an einem Mangel leiden kann und deshalb unglücklich ist. Fehlt es an einem Sinn im Leben oder an einer Hoffnung oder an Freude? Auch hier hat uns unser Schöpfer eine reichhaltige Apotheke mit vielen Erzählungen, Beispielen und Belehrungen zusammengestellt, die sowohl die kranke Stelle aufzeigen als auch Heilung bringen können. Kann der Therapeut auch hier Hilfe vermitteln? Erst dann können wir von ganzheitlicher Medizin sprechen.
                                                                             Heini Beringer

Allgemeines über Kräuter- und Pflanzenheilkunde


Es stimmt, daß die Kräuter- und Pflanzenheilkunde über Jahrhunderte mit Magie und Zauberei verbunden war. Viel Aberglaube haftete den Heilkräutern an. Früher waren es Hexen und Kobolde, die Kräutermischungen herstellten, später wurden in Klöstern Heilpflanzen angebaut und es war das Privileg von Heilern, diese Pflanzen bei verschiedenen Krankheiten zu empfehlen und anzuwenden.
Zur Zeit der großen Pest-Epidemien wurde vielerorts Engelwurz oder Baldrian angepriesen, was wahrscheinlich wenig oder gar nichts half. Bei religiös-kultischen Handlungen spielten Kräuter eine große Rolle, aber die eigentliche Wirkung interessierte kaum. Wenn jemand aus einem fernen Land eine mystische, unbekannte Heilpflanze mitbrachte, wurde sie zu horrenden Preisen verkauft, was auch heute  nicht ausgeschlossen werden kann. Viele Leute nehmen Heilkräuter ein, ohne die Hintergründe ihrer Wirksamkeit genau zu kennen. Vielfach haben sie bestimmt recht, denn auch Tiere nehmen intuitiv die richtigen Kräuter. Wird eine Gemse von einer Schlange gebissen, frißt sie Wolfsmilch, was sie sonst nie tut. In diesem Fall bewahrt der Genuß der Pflanze das Tier vor einer Vergiftung. So könnten viele andere Beispiele angeführt werden. Trotzdem sollten wir uns vor der Einnahme vergewissern, was die Pflanze bewirkt und wie sie wirkt, denn die Pflanzenheilkunde hat nichts mit Geheimwissenschaft zu tun. Heute sind die Kräuter und Heilpflanzen wissenschaftlich untersucht worden und die traditionellen Wirkungen zum größten Teil bestätigt. Die Inhaltsstoffe werden analysiert, untersucht und die Wirksamkeit durch Versuche bewiesen. Über diese Thematik gibt es viele wissenschaftliche Bücher und Veröffentlichungen, so daß die Pflanzenheilkunde von jedem interessierten Laien erlernt werden kann. Eine intensive Beschäftigung mit der Materie ist unabdingbar. Immer neue Erkenntnisse erweitern Ihr Verständnis und bald werden Sie sehen, daß die Pflanzenheilkunde ein sehr interessantes und faszinierendes Gebiet ist. Mein Anliegen ist eine Allgemeinverständlichkeit, so daß jede Leserin und jeder Leser in der Lage sein müßte, die verschiedenen Heilkräuter bei sich selber anzuwenden. Dem Gesunden möge das Wissen helfen, eine drohende Erkrankung zu verhindern, denn es ist besser, vernünftiger und einfacher, mit Pflanzen ohne Nebenwirkungen vorzubeugen, als eine bereits bestehende Krankheit zu heilen. Der kritische Patient wird sich öfters die Frage stellen, ob er eine bestimmte Krankheit selber behandeln kann, oder ob ein ärztlicher Ratschlag unerläßlich ist. Die meisten haben ein bruchstückhaftes Wissen über Ursache, Entstehung und mögliche Folgen einer Krankheit. Ein Arzt kann in den meisten Fällen eine genaue Diagnose stellen, denn auch harmlose Krankheitszeichen können Hinweise auf eine sehr ernsthafte Grundstörung geben. Die meisten Personen kennen die Dosierung und die Wechselwirkung einer Heilpflanze kaum. Einige denken vielleicht „je mehr desto besser“, was aber fatale Folgen haben kann. Auch sollten die Pflanzen von Zeit zu Zeit gewechselt werden, denn Gewöhnung und Mißbrauch sind nicht auszuschließen.
Bei unbedeutenden oder chronischen Krankheiten ist die Selbstmedikation meist billiger und die Kostenexplosion im „Gesundheitswesen“ könnte eingedämmt werden. Wenn jemand bei vorübergehenden Magenschmerzen zum richtigen Heilkraut greift, das er in der Hausapotheke stehen hat, dauern sie vielleicht nur wenige Minuten. Meist sind Menschen, die natürlichen Heilmethoden gegenüber offen sind, auch kritisch und aufgeklärt. Sie kennen ihren Körper, die Krankheitssymptome und die entsprechenden Therapiemassnahmen genau. Auch sind sie sich  der Grenzen bewußt und gehen rechtzeitig zum Arzt. Wenn die Pflanzen abgewechselt werden, tritt keine Gewöhnung auf und kaum ein Heilkraut birgt ein Suchtpotential. In vielen Ländern ist die Selbstmedikation viel ausgeprägter als bei uns und trotzdem treten, so gut wie nie, schwerwiegende Fehler auf, denn auch ein regelmäßiger Arztbesuch schützt nicht vor unnützer oder schädlicher Medikation. Denn viele sind von bestimmten Medikamenten gegen Rheuma oder Kopfschmerzen „abhängig“!
Auf der Erde wachsen ca. 60’000 Pflanzen, die in irgendeiner Form von medizinischem Interesse sind. 10’000 davon wurden schon irgendwo erwähnt, aber „nur“ etwa 5000 genauer erforscht. In einem umfangreichen Pflanzenbuch sind etwa 300  beschrieben und ein guter Naturarzt kommt mit ungefähr 50 davon aus. In diesem Buch beschreibe ich über 160 verschiedene Pflanzen, die in Mitteleuropa erhältlich sind, mehr oder weniger ausführlich. Sicher gibt es noch andere Pflanzen, die Sie vielleicht bereits einsetzen, aber deren Beschreibung würde hier den Rahmen sprengen.

Die Pflanzenheilkunde befaßt sich auf wissenschaftlicher Ebene mit der Anwendung von pflanzlichen Heilmitteln am kranken Menschen. Ihre Materialien sind frische oder getrocknete Pflanzen und deren Extrakte. Phytotherapie ist ein wichtiger Teil der modernen Naturheilkunde und erlangt in einer Zeit der Zunahme umweltbedingter Gesundheitsschäden mehr und mehr an Bedeutung. Wir dürfen aber neben der Therapie mit Pflanzen gegenüber den Errungenschaften der modernen technischen Medizin und Pharmakologie nicht blind sein. Im Notfall, besonders in akuten Fällen, sind schnell wirkende Medikamente notwendig und das Wissen der Schulmedizin muß herangezogen werden. Um vorzubeugen und chronische Krankheitsbilder zu heilen, können Pflanzen einen großen Dienst leisten, denn sie mobilisieren mit ihren natürlichen Wirk- und Inhaltsstoffen die körpereigenen Abwehrkräfte. Bei der Therapie mit Pflanzen werden die Gesundheitsprobleme an der Wurzel gepackt, während bei schulmedizinischen Methoden oft nur die Symptome bekämpft werden. Bildlich ausgedrückt: Phytotherapie löscht den Brand, während die Schulmedizin ihn nur zudeckt. Besonders bei chronischen Krankheiten ist das Gesamtspektrum der Inhaltsstoffe einer Pflanze vorteilhaft.
In der Pflanzenheilkunde gibt es keine exakte Dosis-Wirkungs-Beziehung. Das bedeutet, daß eine bestimmte Menge einer Pflanze im Körper unterschiedlich stark wirkt. Dies hängt nicht nur vom individuellen menschlichen Organismus ab, sondern zu einem großen Teil auch von der jeweiligen Pflanze, der Erntezeit, dem Standort, der Aufzuchtmethode, aber auch dem „Jahrgang“ und der Sonneneinstrahlung. Man erzielt mit ein und derselben Pflanze in einer bestimmten Dosierung also nicht immer genau dieselben Reaktionen im Körper. Heilpflanzen bieten aber den Vorteil, daß sie bei richtiger Anwendung nebenwirkungsfrei sind. Die richtige Anwendung heißt daher auch richtige und genaue Dosierung in einer geeigneten Applikationsform, aber auch fachgerechte Auswahl qualitativ hochstehender Pflanzen. In diesem Buch wird daher die durchschnittliche und optimale Dosierung angegeben.

Wie dosiert man optimal bei Kindern?
Alle Eltern möchten das Beste für ihr Kind. Besonders die Naturheilkunde gibt ihnen da eine gute Möglichkeit, denn der kindliche Organismus reagiert sehr dankbar auf kleine Reize aus dem Pflanzenreich, noch besser als der Körper der Erwachsenen. Man müßte in der Kinderheilkunde von den Heilkräutern, trotz vieler gegenteiliger Ansichten, reichlich Gebrauch machen, denn der junge Organismus sollte nicht mit starken chemischen Therapeutikas verseucht werden. Das Entgiftungssystem der Kinder ist noch nicht völlig ausgebildet und starke Medikamente zerstören oder unterdrücken die körpereigene Abwehr. Als Beispiel: Antibiotika zerstören auch die nützlichen Bakterienstämme im Körper und durch eine unkontrollierte Antibiotika-Anwendung wird die körpereigene Abwehr geschwächt. Bei einem erneuten Bakterienangriff kann der Körper ohne chemische Antibiotika die Infektion nicht abwehren. Diese Gefahr besteht bei Pflanzen nicht, da sie die körpereigene Abwehr stärken, damit der kindliche Organismus besser mit den Krankheiten fertig wird. Normalerweise wird die angegebene Dosierung der Pflanzen reduziert.
Die Pflanzenheilkunde steht heute an einem entscheidenden Punkt. Entweder gelingt ihr der Durchbruch, oder sie wird in die Bedeutungslosigkeit abgedrängt. Manchmal bekommt man den Eindruck, daß große pharmazeutische Unternehmen die Naturheilkunde mit allen Mitteln vom Markt drängen wollen, indem sie deren Wirkung herabwürdigen, als unwirksam, oder als höchst gefährlich hinstellen. Öl auf diese Mühlen sind unseriöse, sogenannte Naturheiler, die des schnellen Geldes wegen gewisse Pflanzen unsachgemäß anwenden, dadurch Schlagzeilen machen und die Pflanzenheilkunde in Verruf bringen. Die Phytopharmakologie hat aber unleugbar bedeutende Fortschritte gemacht, die von der Schulmedizin teilweise akzeptiert werden. Daher muß man sich auch auf diesem Gebiet ständig fortbilden. Immer mehr Mediziner raten, sich in der Pflanzenheilkunde nach einem guten Kräutlein umzusehen, um Linderung von bestimmten Krankheiten zu erhalten.
Phytotherapie ist eine „sanfte Medizin“, was nicht bedeutet, daß sie langsam wirkt, sondern weil bei angegebener Dosierung keine negativen Nebenwirkungen auftreten. Eine  Blähung kann wirksam mit Fenchel oder Kümmel behoben werden. Phytotherapie behandelt den Ursprung einer Krankheit und nicht nur die Symptome. Sie stärkt die Abwehrkräfte des Körpers, ist eine Tiefen- und Vorbeugebehandlung. Die Geschichte der Pflanzenheilkunde ist wahrscheinlich fast so alt wie die Menschheit.  Seit Menschengedenken hat man in allen Kulturen auf der Erde in den Pflanzen Heilkräfte gesucht und sie erfolgreich gegen Krankheiten eingesetzt. Vieles wurde mündlich in der Familie weitergegeben, aber auch schriftlich überliefert. Die modernen Wissenschaftler mögen zahlreiche überlieferte Methoden als Aberglaube abtun, doch vollbrachten die Naturvölker mit Hilfe dieses „Aberglaubens“ Leistungen, von denen man nur träumen kann. Heute ziehen wir großen Nutzen aus der Kenntnis dieser alten Völker. Die Wissenschaft hat die Wirkstoffe der Pflanzen analysiert und deren Erfolge größtenteils bestätigt. In unserer Epoche hat die Pflanzenheilkunde keinen mystischen Hintergrund mehr.

Die Erfindung des Mikroskops  und die Entdeckung des Blutkreislaufs brachten einen Wendepunkt in der Medizingeschichte. Man analysierte die Wirkstoffe der Pflanzen, isolierte sie und setzte sie einzeln gegen die Leiden der Menschheit ein. Der Vormarsch der Chemie war nicht mehr zu stoppen und viele bewährte Heilpflanzen gerieten in Vergessenheit. Andererseits war dies auch von Vorteil für die Pflanzenheilkunde, denn durch chemische Analysen wurden Inhaltsstoffe entdeckt und die Pflanzen entmystifiziert. Neue Methoden in der Pflanzenheilkunde wurden entwickelt und getestet. Das Pflanzenpulver, eingepackt in einer Kapsel, hat sich als eine effiziente Art der Phytotherapie erwiesen.

Einige Personen zeigten eine gewisse Skepsis wegen dem BSE-Skandal in den Neunziger-Jahren. Warum wurde BSE aber auf die Rinder übertragen?
1. Einem Vegetarier sollte man keine Schlachtabfälle verfüttern.
2. Die Schlachtabfälle wurde zuwenig erhitzt, denn je höher man diese Abfälle erhitzt, desto teurer wurde das „Viehfutter“.
Speisegelatine wird aber bei knapp 700 Grad Celsius produziert und gereinigt. Neuzeitliche Untersuchungen zeigten, daß bei Speisegelatine keine BSE-Gefahr besteht. Trotzdem suchen Produzenten immer intensiver nacht Gelatine-Ersatz. Bis heute jedoch waren die Tests für eine Kapselproduktion noch unbefriedigend.

Warum sind Pflanzen in Kapseln ideal ?


Das Pflanzenpulver enthält die wirksamen Teile der Pflanze, die sofort nach dem Sammeln an der Luft sorgfältig getrocknet werden. Mittels Steinmühle werden sie kalt, schonend und fein verrieben. Die Gesamtheit der aktiven Wirkstoffe, das Totum der Pflanze, bleibt so erhalten, ja deren Wirkung wird durch die Feinheit des Pulvers noch verstärkt. Aus dem feinen Pflanzenpulver kann der Körper die Wirkstoffe besser und schneller assimilieren, was eine Tiefenbehandlung bedeutet, im Gegensatz zum Tee, der nur ein Auszug der Wirkstoffe enthält. In der Kapsel sind diese Wirkstoffe geschützt und milligrammgenau dosiert, kein Irrtum ist möglich. Außerdem können die Pflanzen schnell angewendet werden. 1 - 2 Pflanzenkapseln werden mit einem Glas Wasser eingenommen, ohne einen bitteren Geschmack in Kauf nehmen zu müssen. Das Wasser aktiviert alle aktiven Wirkstoffe, wodurch das Übel an der Wurzel behandelt wird. Kapseln sind neutral und schützen vor Umwelteinflüssen. Alle Pflanzen sollten aus Anbaugebieten stammen, in denen unter strengsten Qualitätsnormen biologisch gearbeitet wird. Sie dürfen nicht bestrahlt werden und müssen unverdünnt und bakteriologisch rein sein.

Nach welcher Zeit verspürt man eine Wirkung der Phytotherapie ?

Jede Krankheit verläuft anders und ist mehr oder weniger hartnäckig. Auch reagiert jeder Mensch individuell auf die Wirkstoffe. Eine Blähung oder Verstopfung ist einfacher zu behandeln, als andere chronische Krankheiten. Dank der im dritten Teil angeführten Indikationsliste, die bei weitem nicht erschöpfend ist, kann man leicht herausfinden, welche Pflanzen bei welchen Krankheiten einzusetzen sind. In verschiedenen Büchern können Sie noch mehr erfahren. Durchschnittliche Dosierung der Pflanzenkapseln: 1 - 2 Kapseln 3 mal täglich mit viel frischem Wasser einnehmen. Sie können bis zu drei verschiedene Pflanzen kombinieren. Bei mehreren Krankheiten müssen Prioritäten gesetzt werden. In der Indikationsliste sind zum Teil viele verschiedene Pflanzen angegeben, damit nach etwa einem Monat die Pflanze gewechselt werden kann.
Um eine wirkungsvolle Kur zu machen, sollte eine Dose 200 Pflanzenkapseln mit deklarierter Milligramm-Dosierung enthalten.

In den folgenden Pflanzenbeschreibungen sind die traditionellen Indikationen, das Sammelgut, die ideale Zusammensetzung und die optimale Dosierung angegeben.